Krankenhaus Luckau 2027: Was bleibt, was sich ändert und was noch offen ist

23.09.2026

Rettungsstelle bleibt, Überwachungsstation wächst, keine betriebsbedingten Kündigungen: Wir haben nachgefragt. Hier sind die Antworten. 

Seit einiger Zeit machten im Amt Dahme/Mark Hinweise die Runde, im Evangelischen Krankenhaus Luckau sollten die Chirurgie und die Intensivstation geschlossen werden. Eine offizielle Stellungnahme lag bis dahin nicht vor, entsprechend groß war die Verunsicherung. Das ist verständlich: Für viele Menschen in Dahme/Mark, Dahmetal, Ihlow und Niederer Fläming ist Luckau das am schnellsten erreichbare Krankenhaus. Und viele aus unserem Amtsgebiet arbeiten dort und pendeln jeden Tag nach Luckau.

Unser Vorsitzender Christoph Seydel hat sich deshalb mit fünf konkreten Fragen an die Kaufmännische Direktorin des Krankenhauses, Monika Markgraff, gewandt. Es ging uns nicht darum, auf Entscheidungen des Hauses Einfluss zu nehmen. Wir wollten verlässliche Informationen, damit wir Gerüchten mit Fakten begegnen können. Am 23. September 2026 hat das Krankenhaus die Öffentlichkeit über die geplanten Veränderungen informiert. Hier fassen wir zusammen, was das für uns bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rettungsstelle bleibt in Betrieb.
  • Die Überwachungsstation (IMC) wächst zum 1. Januar 2027 von vier auf sieben Plätze.
  • Die Innere Medizin bleibt bestehen.
  • Neu: Längerfristige Beatmung und Beatmungsentwöhnung (Weaning) finden ab 2027 nicht mehr in Luckau statt.
  • Keine betriebsbedingten Kündigungen. Mit allen Beschäftigten werden Perspektivgespräche geführt.
  • Noch offen: die Zukunft der chirurgischen Versorgung und die Frage, mit welchen Kliniken das Krankenhaus bei Verlegungen zusammenarbeitet.

Die Rettungsstelle bleibt
Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Rettungsstelle, also die Notaufnahme, steht weiterhin für Notfallpatientinnen und -patienten zur Verfügung. Wer im Notfall nach Luckau kommt, wird dort wie bisher untersucht, diagnostiziert und erstversorgt. Muss jemand stationär aufgenommen werden und braucht mehr Überwachung, als auf einer Normalstation möglich ist, steht dafür die IMC bereit.

"Im Notfall zählt jede Minute. Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass die Rettungsstelle bleibt und die Überwachungsplätze sogar ausgebaut werden. Wir haben nachgefragt, weil Gerüchte niemandem helfen. Jetzt liegen Fakten auf dem Tisch.“

Christoph Seydel, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Amt Dahme/Mark

Mehr Überwachungsplätze: Was ist eigentlich eine IMC?
IMC steht für Intermediate Care. Die Station liegt zwischen Normalstation und Intensivstation. Sie ist für Patientinnen und Patienten gedacht, die engmaschiger überwacht werden müssen – zum Beispiel nach der Aufnahme über die Rettungsstelle oder nach einer Operation. Herzrhythmus, Blutdruck und Sauerstoffsättigung werden dort ständig überwacht. Verschlechtert sich der Zustand, fällt das früh auf und es kann sofort gehandelt werden. Zum 1. Januar 2027 steigt die Zahl der IMC-Plätze in Luckau von vier auf sieben.

Was sich in der Intensivmedizin ändert
Die bisherige Intensivmedizin wird zum Jahreswechsel neu ausgerichtet. Eine längerfristige invasive Beatmung und die Beatmungsentwöhnung (Weaning) werden künftig nicht mehr in Luckau durchgeführt.

Wichtig ist der Unterschied zur Akutversorgung: Verschlechtert sich der Zustand einer Patientin oder eines Patienten plötzlich, wird in Luckau weiterhin stabilisiert. Auch eine Beatmung kann im Akutfall begonnen werden. Ist danach eine weiterführende intensivmedizinische Behandlung nötig, wird die Patientin oder der Patient stabilisiert in ein dafür geeignetes Krankenhaus verlegt. Bei spezialisierten Behandlungen, die es in Luckau nicht gibt, ist das schon heute so.

Eine gute Nachricht für die Beschäftigten
Das Krankenhaus hat versichert, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden Einzel- bzw. Perspektivgespräche geführt.

„Viele Menschen aus unserem Amtsgebiet arbeiten im Krankenhaus Luckau. Die Zusage, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt und mit jeder und jedem Einzelnen über die eigene Perspektive gesprochen wird, ist ein wichtiges Signal an die Beschäftigten und ihre Familien.“

Christoph Seydel

Was noch offen ist – und wo wir dranbleiben
Die Information des Krankenhauses beantwortet zentrale Fragen, aber noch nicht alle. Zur Zukunft der chirurgischen Versorgung und zu dem in der Region diskutierten ambulanten OP-Zentrum enthält sie keine Aussage. Ebenso ist noch nicht benannt, mit welchen Kliniken das Krankenhaus bei Verlegungen zusammenarbeitet.

Unsere Fragen liegen der Krankenhausleitung vor. Sobald weitere Antworten da sind, informieren wir hier und berichten in der Stadtverordnetenversammlung Dahme/Mark.

Unsere Haltung: Gesundheitsversorgung auf dem Land sichern
Krankenhäuser im ländlichen Raum stehen vor schwierigen Entscheidungen. Unsere Kritik richtet sich ausdrücklich nicht an das Krankenhaus Luckau, sondern an die Rahmenbedingungen, unter denen Kliniken wie dieses die Versorgung in der Fläche sichern müssen.

Der Bund hat mit dem Gesetz zur Anpassung der Krankenhausreform im Frühjahr 2026 nachgesteuert. Die Länder haben seitdem mehr Spielraum für Ausnahmen und Kooperationen, gerade im ländlichen Raum. Jetzt ist das Land Brandenburg am Zug.

„Das Land Brandenburg muss diese Spielräume konsequent für Regionen wie unsere nutzen. Maßstab muss sein, wie schnell Menschen im Notfall gut versorgt werden – in der Stadt genauso wie auf dem Land.“

Christoph Seydel

Danke
Wir danken der Krankenhausleitung für die Information und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Evangelischen Krankenhauses Luckau für ihren täglichen Einsatz für die Menschen in unserer Region.

Sie haben Fragen, Hinweise oder eigene Erfahrungen? Schreiben Sie uns an hallo [at] cdu-dahme-mark.de oder rufen Sie uns an: 035451 966777.